Technologiezentrum Sofia

Plastikteile auch in Donaufischen!

04.04.2014
Plastikpartikel in der Donau

Plastikpartikel in der Donau

Plastikmüll sammelt sich weltweit in allen Ökosystemen. Derzeit wird fast ausschliesslich über die dramatische Situation in den Weltmeeren geforscht und geschrieben. Die Tausende von Quadratkilometer großen Plastikteppiche im Atlantik und Pazifik sind allgemein bekannt. Es muss befürchtet werden, dass sich die Plastikverschmutzung auch auf den Flüssen eingestellt hat.

Zu diesem alarmierenden Ergebnis kamen Forscher der Universität Wien unter Leitung von Hubert Keckeis im Zuge eines Forschungsprojektes über Jungfische in Europas zweitgrößtem Fließgewässer, der Donau. In nahezu allen entnommenen Wasserproben fanden die Forscher neben Fischlarven eine beträchtliche Anzahl kleiner, makroskopisch sichtbarerer Plastikpartikel. Rund 79 Prozent davon waren Variationen von Plastikkügelchen, Spherules oder Flakes. Der Rest bestand aus anderen, nicht näher zuordenbaren, Teilen und geht wahrscheinlich auf kommunalen Abfall zurück.

 

Plastikpartikel im Jungfisch

Plastikpartikel im Jungfisch

Untersucht wurde ein Donauabschnitt zwischen Wien und Bratislava. In den Uferbereichen fanden sich auf 1.000 Kubikmeter Wasser durchschnittlich 317 Plastikpartikel (das sind rund 4,8 Gramm) und 275 Fischlarven (das sind rund 3,2 Gramm). Täglich sind das rund 4,2 Tonnen Plastikmüll, die nur von dieser Stelle ins Schwarze Meer transportiert wird.

Fische verwechseln diesen Plastikmüll mit Nahrung. Sie können diese Partikel nicht von Nahrungspartikel wie Kleinkrebse, Insektenlarven, Fischeier usw. unterscheiden. Die Folgen reichen von einem „vorgetäuschten“ Sättigungsgefühl über mechanische Verstopfung und Verletzung des Darmtraktes bis hin zum Tod. Vieles deutet weiter darauf hin, dass lösliche Stoffe in Plastik sich im Fischfleisch wieder finden und damit auch vom Menschen verzehrt werden.

Das Technologiezentrum Sofia will gemeinsam mit dem Ökoclub Lom eine kleinere Untersuchung in der Region Vidin-Lom durchführen und hat deshalb die Universität Wien um Unterstützung gebeten.

Quelle: Universität Wien, Prof. Dr. Hubert Keckeis, Department für Limnologie und Ozeanographie und Franz Alt, Sonnenseite.com


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